Ein typischer Fall! – Teil 2

Wie und was Martin trainierte:

Bevor andere Augenfunktionen trainiert werden konnten, gab ich Martin verschiedene Aufgaben zur Bewegung der Augen. Wir begannen damit, ihn im Liegen eine Piratenklappe aufzusetzen und das offene Auge einem hängenden bewegten Objekt folgen zu lassen. Am Anfang war es ihm nahezu schmerzhaft und extrem unangenehm, aber schon am 3. Tag des Heimtrainings begannen seine Augen dem Objekt mühelos in verschiedenen Distanzen zu folgen. Wir entfernten die Piratenklappe und trainierten diese Augefolgebewegungen mit beiden Augen, erst im Liegen, dann im Sitzen, später im Stehen und auf einem Kippelbrett. Die Fortschritte waren enorm.

Nach den ersten 3 Wochen hörte Martin auf zu blinzeln und die Stirne extrem kraus zu ziehen, wenn es etwas heller wurde. Um der Lichtempfindlichkeit Einhalt zu gebieten, empfahl ich der Familie am Schreibtisch Vollspektrumlicht einzusetzen. Auch wenn das Licht extrem weiss und wenig gemütich ist, mochte Martin es auf Anhieb. Vollspektrumlicht oder auch Biolicht ist dem Tageslicht sehr nahe und hilft, Müdigkeit am (Bildschirm)-Arbeitsplatz zu vermeiden.

Training mit der AperturblendeIn den folgenden Wochen folgten Übungen zur Steigerung der Konvergenz- und Divergenzfähigkeit und der damit verbundenen Fusion in Nähe und Ferne mithilfe verschiedenster Hilfsmittel u.a. der Brockschnur, konzentrischen Ringen, Fusionsherzen, Aperturblenden etc. Mit besonderen Spaß und Ehrgeiz machte Martin die Übungen mit dem Eyeport, einem Trainingsgerät, das wie Martin findet, dem Laserschwert von Darth Vader ähnelt…

Als die Augenfunktionen geschmeidiger wurden, begannen wir mit Leseübungen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wir erschwerten das Lesen durch gleichgeschaltete Aufgaben (z.B. Kopfnicken bei jedem „O“, auf einem Kippelbrett stehen, Matheaufgaben lösen während des Lesens etc.); wir begannen selbstverständlich auf einem ganz leichten Niveau, konnten uns aber in einem sehr flotten Tempo zu extrem schwierigen Aufgaben steigern. Wenn Martin in der Schule dann einen Text vorlesen sollte, ohne dass die Erschwernisse aus dem Training dazu kamen, fiel es ihm auf einmal recht leicht (Loading-Prinzip aus dem Leistungssport).

Nach 4 Monaten brauchte Martin nicht mehr regelmäßig in die Praxis zu kommen, da die anfänglich beschriebenen Symptome fast nicht mehr vorhanden waren und seine Augenfunktionen sowohl geschmeidig als auch altersentsprechend waren. Zur Nachhaltigkeit trainiert Martin noch bis zu den Sommerferien mit einer Visualtherapie-Software, die ich per Internet monitoren kann.

Martin und seine Eltern sind glücklich, dass die Besorgnis um Martins mangelnde Lesequalität während der gesamten Grundschulzeit verschwunden ist und Martin jetzt gern liest – seinen Wunschroman „Harry Potter“ hat er gestern zu lesen begonnen.

2 Kommentare

  1. Helga-Myrkit Hoffmann · April 6, 2010

    Schön, dass es für Martin so einen großen Erfolg gab! Wie schön wäre es, wenn es an den Schulen mehr Informationen zum Sehtraining gäbe. Manch ein „Leidensweg“ könnte damit verkürzt oder sogar ganz vermieden werden. Das könnte vielleicht auch ein weiteres Ziel des Vereins für Gesundes Sehen werden, nachdem unsere Augenspaziergänge ja schon „Tradition“ geworeden sind.
    Helga-Myrkit

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  2. PETRRA HAUBOLD · Dezember 20, 2010

    RECHT HERZLICHEN DANK FÜR DIE
    VIELEN
    WIRKLICH
    WICHTIGEN
    WEITERFÜHRENDEN
    WIEDERHOLT
    WUNDERBAR
    WAHRHAFTIGEN
    WAGEMUTIGEN
    WORTFREUDIGEN
    INFORMATIONEN
    IM LAUFE DES JAHRES…..
    WEIHNACHTSWONNE WOHLGEMUT WÜNSCHT PETRA

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