Diskussion über Wirksamkeit verschiedener Methoden bei Binokularstörung



doz

In der DOZ – Deutsche Optiker Zeitung erschien im Frühjahr ein Artikel über eine durchgeführte Studie mit dem Titel „Visuelle Defizite und Lese-Recht-Schreib-Probleme bei deutschen Schülern der dritten Klasse“.
Im September dann die dazugehörigen Leserbriefe – hier als Pdf beigefügt.
 

Präsentation1 Was mich dabei wirklich anficht, ist die Vehemenz, mit der die einzelnen Parteien, „ihre“ Behandlungsmethoden als die einzig Wahre und einzig Legitime darstellen und diese offensichtlich sogar bis aufs Blut verteidigen wollen. Da wird verbal um die Validität von Studien gekämpft, Prismenkorrektur als das unanfechtbare Allheilmittel einerseits und Funktionaloptometrie und Visualtraining andererseits als der Weisheit letzter Schluß propagiert.

Was dabei völlig aus den Augen verloren wird, ist das Wohl der Menschen, die zu uns kommen und bei denen so oft ein ungeheuer großen Leidensdruck vorherrscht. Ich empfinde es nahezu als Verbrechen, auf dem Rücken dieser Menschen – ob Klein oder Groß – den Kampf um den Stein des Weisen durchzufechten. Ein Seh- oder Visualtrainer, der bei seinen Kunden über die Behandlungsmethoden von Augenärzten und/oder Orthoptisten schimpft, ist dabei in meinen Augen genauso zu verurteilen wie ein MKH-Augenoptiker, der  ausschließlich Prismen verordnet und ein Funktionaloptometrist, der sich über alle gängigen Praktiken stellt. Das einzige, was dabei passiert, ist dass der Kunde – wie gesagt versehen mit großem Leistungsdruck – obendrein noch völlig irritiert wird und gar nicht mehr weiss, wem und welcher Schule er nun glauben soll.
Warum können all die „Augenberufler“ nicht sinnvoll miteinander arbeiten und sich in ihren jeweiligen Strategien ZUM WOHLE DES KUNDEN ergänzen. Ich bin überaus dankbar, dass ich ein Netzwerk von Augenoptikern, Orthoptisten und Funktionaloptometristen habe, so dass mein Kunde sich stets gut aufgehoben fühlt und nicht permanent zwischen die Stühle gesetzt wird und sich zwischen zwei oder drei Behandlungsmethoden entscheiden muss.  Es gibt einfach kein eindeutiges entweder / oder!

Denn eines sollten wir doch nicht vergessen – jeder Mensch ist unterschiedlich und so sind seine visuellen Fähigkeiten und die möglichen Behandlungsmethoden. Ob Operation, MKH, Occlusion, Prismen, Visualtraining oder eine Kombination aus allem das Mittel der Wahl ist: Was hilft, hilft!!! So einfach ist das – und jetzt lasst uns mit dem vehementen Diskutieren um das einzig Wahre aufhören, denn das gibt es nicht. Und die Kinder aus der Studie und noch viele andere warten darauf, dass ihnen geholfen wird.

Ein Kommentar

  1. Thomas Wunderberg · Oktober 3, 2013

    Liebe Steffi,

    dass im Bezug auf die Zusammenarbeit finde ich auch total wichtig. Es gibt viele Wahrheiten und diese zusammen ergeben ein riesiges Potenzial.
    Ich bin dabei.

    Lieber Gruß Thomas

    Liken

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