Artikel im Augenblick – Sehtraining im Kindergarten

piratenIn der Zeitschrift für gesundes Sehen „Augenblick“ erschien im Oktober 2011 ein toller Artikel mit dem Titel „Die Piraten sind los – oder wie kann ich spielerisch Sehtraining im Kindergarten integrieren“.

Sehtrainer und Augenoptiker aus Nortorf haben hier in Koopertion einen spannenden Tag rund um das Auge in der Kita in Eberswalte veranstaltet.
Ein Appell an alle Eltern und Kindergartenleiter, das Thema Sehen und Wahrnehmung schon in diesem Alter wichtig zu nehmen und die bestmögliche Förderung für alle Kinder in die Wege zu leiten.

Viele Sehtrainer, wie auch ich, bieten solche Erlebnistage und Screenings in Kindergärten an.
Hier der ganze Artikel: Piraten s1piraten s2

Adleraugen – und doch nicht gut in der Schule?!?

VisustafelWenn Optiker und Augenärzte uns einen Visus von 100% oder mehr bescheinigen, denken wir, wir haben bestmögliches Sehen. Warum auch nicht, denn 100% sind immerhin 100%, und die meisten Menschen wissen nicht, dass zu gutem Sehen noch viel mehr gehört.

Kinder bekommen oft gesagt, sie haben „Adleraugen“ und mögliches Schulversagen habe mit den Augen nichts zu tun.

Üblicherweise wird der Visus, also die Sehschärfe oder auch Sehstärke, für jedes Auge einzeln bestimmt. Am Schluß einer jeden Brillenglasbestimmung wird auch geprüft, ob die Werte für die neue Brille für beide Augen passen. Eine notwendige, ausführliche Beidäugigkeitsprüfung wird in der Regel nur in den Sehschulen durchgeführt. Doch wird noch lange nicht jedes Kind in der Sehschule untersucht, so dass Kinder, die keine Sehprobleme haben, auch nicht auf ihre Beidäugigkeit untersucht werden.

Und doch ist es ein Riesenunterschied, ob man prüft, wie jedes Auge für sich schaut oder ob bzw. wie beide Augen „zusammenspielen“.

VergenzenGibt es z.B. zwischen Fokussierung und Augenstellung ein gar nicht so seltenes Missverhältnis, so kann es zu Doppelbildern oder uneindeutigen Bildern kommen. Kinder, die gerade lesen oder schreiben lernen, können dies aber gar nicht  artikulieren, weil sie es ja gar nicht anders kennen. Aber es fällt ihnen schwer, aus dem Schriftbild, wie sie es sehen, etwas Sinnvolles zu machen. Sie haben daher auch wenig Lust, zu lesen, sind frustriert, weil andere etwas können, was sie augenscheinlich nicht können, werden unkonzentriert oder verweigern. Da sie aber „Adleraugen“ haben, kommen Eltern nicht auf die Idee, dass es ein visuelles Problem ist und suchen Ergotherapeuten, Logopäden und andere Therapeuten auf, die den Kindern helfen können, aber das grundlegende Problem nicht beseitigen. Spätestens wenn es dann in der 4. Klasse zum Empfehlungsmarathon für die weiterführende Schulen kommt, ist Streß für alle Beteiligten vorprogrammiert.

Es empfiehlt sich also, beizeiten in Sehschulen bei Orthoptistinnen und/oder bei Visualtrainern eine Überprüfung der Augenfunktionen insbesondere der Beidäugigkeit vorzunehmen. Denn für Lerndefizite und Wahrnehmungsprobleme bedingt durch mangelhaftes beidäugiges Sehen kann aktiv und erfolgreich etwas getan werden.

Im Seh- und Visualtraining werden die Augenfunktionen geprüft und sukzessive trainiert. Das Training macht Spaß, weil es zum einen vielfältig und spannend ist, zum anderen aber erfolgen die Verbesserungen oft so verblüffend schnell, so daß eine hohe Motivation während der Trainingsdauer erhalten bleibt.